– Die Gerüchteküche – Von Ernährungsmythen und Gesundheitstipps

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Gerüchte und Mythen gibt es in vielen Bereichen des Lebens. Häufig brodelt die Gerüchteküche zum Beispiel im Büro, im Sport oder in der Politik. Doch auch zu unserer Ernährung kommen im Zeitalter des Internets und der Sozialen Medien immer häufiger neue Behauptungen und Mythen auf.

 

In unserem Blogtext informieren wir Sie über einige Klassiker aus der Gerüchteküche, von denen Sie bestimmt schon gehört haben, und betrachten, was an diesen Mythen wirklich dran ist. Zusätzlich zeigen wir Ihnen, worauf Sie im Umgang mit dem Neusten aus der Gerüchteküche achten sollten.

– Ernährungsmythen – Die Klassiker –

Besonders bei Ernährungsthemen entstehen Mythen und Gerüchte sehr schnell, da Gesundheit für uns alle ein wichtiges Thema ist. Teilweise sind die Behauptungen, die sich um die jeweiligen Lebensmittel drehen, fast so alt wie die Produkte selbst. Fünf besonders bekannte Geschichten aus dem Bereich der Lebensmittel, haben wir uns für Sie näher angeschaut:

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1. Light-Produkte machen schlank. Hierbei handelt es sich wohl um einen der umstrittensten Ernährungsmythen. Grundsätzlich darf ein Lebensmittel nur mit der Bezeichnung „light“ beworben werden, wenn ein Produkt mindestens 30 Prozent weniger Fett oder Zucker hat als ein vergleichbares Produkt. Diese sind aber wichtige Geschmacksträger und werden deswegen nicht selten mit anderen Zutaten ersetzt, die durchaus auch Kalorien enthalten können. Auch eine erhöhte Portionsgröße aufgrund der Bezeichnung „leicht“ spielt eine wichtige Rolle.

 

Ob das Abnehmen mit Light-Produkten wirklich sinnvoll oder ein Mythos ist, ist bislang nicht abschließend geklärt. Für jeden kann eine andere Methode sinnvoll sein, damit die unerwünschten Kilos schnell purzeln. Einen bewussten Blick auf die Nährstofftabelle der Lebensmittel empfehlen wir in jedem Fall. Vergleichen Sie bei Ihrem nächsten Einkauf doch einfach mal den Zucker-, Fett- und Kaloriengehalt von einem fettreduzierten und einem vergleichbaren Produkt.

 

2. Kaffee entwässert den Körper. Der Mythos, dass Kaffee den Körper entwässert, ist fast schon so alt wie der Kaffee selbst. So haben sich bereits auch Studien mit der Fragestellung beschäftigt, ob eine Portion Kaffee unserer Flüssigkeitszufuhr gut tut. Wissenschaftler stellten zuletzt fest, dass zwar ein harntreibender Effekt vorhanden ist, dieser aber nur sehr gering ausfällt. Kaffee ist also durchaus geeignet, um einen Teil unseres täglichen Flüssigkeitsbedarfs zu decken.

 

Wie immer gilt jedoch: Alles sollte in Maßen genossen werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, nicht mehr als drei bis vier Tassen – optimaler Weise schwarz – pro Tag zu trinken.

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3. Zitronen enthalten am meisten Vitamin C. Das Vitamin C wird häufig auch als Ascorbinsäure bezeichnet. Mit dem Wort „Säure“ im Namen liegt die Verbindung zur Zitrone, Orange oder Grapefruit doch nahe, oder? Ganz so einfach ist es aber doch nicht: Zitronen haben mit ca. 55 mg pro 100 g einen durchaus hohen Vitamin C-Gehalt. Zu unseren wichtigsten Lieferanten gehört sie damit trotzdem nicht. Dies hat zwei Gründe:

 

In Lebensmitteln wie Paprika, Brokkoli, Rosenkohl und Blumenkohl sind deutlich größere Mengen von teilweise bis zu 140 mg pro 100 g an Vitamin C vorhanden.

 

Neben dem Gehalt kommt es auch immer auf die Menge an. Zitronen nehmen wir üblicherweise nicht in großen Mengen auf, so dass viele andere Lebensmittel deutlich stärker zu unserer Versorgung beitragen.

 

Übrigens: Wirkliche Vitamin C-Bomben sind zum Beispiel Johannis- oder Sanddornbeeren.

4. Kartoffeln sind Kalorienbomben. Eine normale Kartoffel enthält mit ca. 70 kcal pro 100 g zum Beispiel weniger Kalorien als Erbsen mit ca. 95 kcal oder Kidney-Bohnen mit ca. 110 kcal. Auch im Vergleich zu unserer geliebten Pasta mit ca. 160 Kalorien oder einer Portion Reis mit ca. 130 kcal schneidet die Kartoffel sehr gut ab. Anders als unverarbeitete Kartoffeln haben Kroketten, Rösti oder Pommes Frites jedoch deutlich mehr Kalorien als ihr Ausgangsprodukt. Die Kartoffel wird also erst zur Kalorienbombe, wenn wir sie dazu machen.

 

Der teilweise hohe Kaloriengehalt von verarbeiteten Kartoffelprodukten muss uns aber natürlich nicht davon abhalten, diese auch mal zu verzehren. Bewusster Konsum ist hier das Stichwort! Denn mit einer Portion magerem Fleisch oder Fisch und viel gesundem Gemüse ist gegen eine kleine Ladung unserer geliebten Kartoffelspezialitäten auch nichts einzuwenden.

 

Viele weitere interessante Informationen zum Thema Kartoffel, finden Sie in unserem Blogtext „Tolle Knolle – eine Ode an die Kartoffel!“.

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5. Tiefkühlobst und -gemüse haben kaum Vitamine. Dass tiefgekühltes Obst bzw. Gemüse kaum noch Vitamine enthält, ist schlichtweg falsch. Es ist sogar so, dass die Schockfrostung der Tiefkühllebensmittel einen höheren Vitamingehalt sicherstellt, als es zum Beispiel bei Lebensmitteln aus dem Supermarkt oder vom Wochenmarkt der Fall ist.

 

Der Grund dafür ist die Tatsache, dass Vitamine sich kontinuierlich abbauen, wenn sie zum Beispiel Licht, Sauerstoff oder Hitze ausgesetzt sind. Tiefgefrorenes Obst und Gemüse wird zum Zeitpunkt der optimalen Reife geerntet und anschließend durch die sogenannte Schockfrostung eingefroren. Hierbei wird das Lebensmittel sehr schnell und schonend herunter gekühlt, so dass die Vitamine in eine Art Kälteschlaf fallen. Während dieses Schlafs sinkt der Vitamingehalt deutlich langsamer als bei jeder anderen Lagerungsmethode.

– Gesund durch die Gerüchteküche – 

Über den Wahrheitsgehalt eines jeden Ernährungsmythos können wir Sie hier natürlich leider nicht aufklären. Wichtig ist, nicht jede Schlagzeile oder Behauptung zu einer vermeintlichen Wirkung auf unsere Gesundheit zu glauben, sondern sich zuerst aktiv zu informieren. Meist sind Fachgesellschaften eine gute Anlaufstelle, da sie die Ergebnisse aus Studien und der Forschung leicht verständlich aufbereiten. Und wenn Ihnen eine Frage besonders unter den Nägeln brennt und Sie keine prompte Antwort finden, fragen Sie doch uns.

– Kommen Sie gut durch die Gerüchteküche und genießen Sie gesund! –

Datum

29.05.2020