Lavendel – eine Heilpflanze erobert die Küchen!

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Duftende Felder, das Surren von Bienen und eine Landschaft in Fliedertöne gehüllt: Lavendel zaubert uns ein Gefühl von Urlaub und Verträumtheit. Die klassisch mediterrane Pflanze lässt sich schon längst nicht nur in der Provence, Süditalien und weiteren Ländern des Mittelmeeres bewundern. Derweil ziert der Lavendel zwischen Mai und September auch unsere Blumentöpfe und Gärten. Ob in der Kosmetik oder der Naturheilkunde eingesetzt, der Lavendel ist ein wahres Allround-Talent! Und auch in der heimischen Küche hat das duftende Kraut längst seinen Siegeszug begonnen. Wie Sie ihn gekonnt einsetzen und worauf es dabei ankommet, zeigen wir Ihnen hier.

Kurze Lavendelkunde

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Der echte Lavendel (Lavandula angustifolia) gehört zur Pflanzenfamilie der Lippenblütler (Lamiaceae) und reiht sich neben Kräutern wie Rosmarin, Salbei und Minze in die Unterfamilie Nepetoidaea ein.

 

Aber nein, es gibt nicht nur den einen Lavendel, derweil umfasst die Gattung der Lavendelpflanze rund 30 verschiedene Arten. Sie unterscheiden sich in der Dichte ihrer Blüten, der Länge ihrer Sträucher und ihrer Winterhärte. Bei den großflächigen Lavendelfeldern der Provence handelt es sich zumeist um Lavandin – einer Kreuzung aus echtem Lavendel (Lavandula angustifolia) und dem Großem Lavendel (Lavandula latifolia), was die Ernte ergiebiger macht.

 

In der Küche sollten Sie allerdings immer zum echten Lavendel greifen: Nur seine Blüten haben den unverwechselbaren und intensiven Geschmack.

Ein Kraut schreibt Geschichte

Die erste bekannte Verwendung von Lavendel reicht bis zu den alten Ägyptern zurück. Hier kamen die duftenden Blüten insbesondere beim heiligen Todeskult – nämlich dem Einsalben der Körper von verstorbenen Angehörigen zum Einsatz. Neben dem angenehmen Duft verlieh das Öl eine konservierende Wirkung. Seinen Namen verdankt die Pflanze übrigens den Römern. Abgeleitet vom lateinischen Namen „lavare" heißt es so viel wie "waschen“. Reinlich, wie die Römer waren, nutzten sie den getrockneten Lavendel vorranging als Bade- und Waschmittelzusatz.

Seinen Ruf als Heilpflanze erlangte der Lavendel erst im 12. Jahrhundert, als Hildegard von Bingen die Blüten zur äußeren Anwendung als Schutz vor Ungeziefer wie Kopfläusen empfahl. Erst seit dem späten 19. Jahrhundert ist die beruhigende Wirkung von Lavendel bekannt.

Vielseitigkeit par excellence

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Lavendel als Heilpflanze. Wussten Sie, dass der Lavendel sogar als die Arzneipflanze 2020 gilt? Aber was macht ihn für die Naturheilkunde so kostbar? Das Kraut und die Blüten enthalten in erster Linie ätherhische Öle und sekundäre Pflanzenstoffe wie Cumarine sowie Phytosterole. Diese Mischung aus Inhaltsstoffen kann eine einschlaffördernde, beruhigende, antibakterielle und leicht galletreibende Wirkung auf unseren Organismus haben.

Aufgrund dieser Wirkung ist Lavendel ein beliebtes Hilfsmittel bei nachfolgenden Beschwerden:

  • nervöse Unruhezustände und Stress
  • Schlaflosigkeit
  • Aufgeregtheit
  • Depressionen
  • Gallengangsstörungen
  • leichte Verdauungsbeschwerden

In erster Linie findet Lavendel bei Nervösität und Schlafproblemen Anwendung. Bei Depressionen und Beschwerden der Galle oder des Magen-Darmtraktes wird Lavendel meist zu Anfang einer Diagnose oder begleitend eingesetzt.

Laut wissenschaftlicher Untersuchungen ist für die einschlaffördernde und muskelentspannende Wirkung das ätherische Öl Linalool, welches direkt auf das zentrale Nervensystem einwirkt, verantwortlich.
Auch für seine antibakteriellen Eigenschaften sorgen vor allem die ätherischen Öle. 
Die enthaltenen Gerbstoffe können für eine gallentreibende Wirkung sorgen.

 

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Lavendel als Kosmetika. Sie finden Lavendel in Ölen, Seifen und Körperbutter. Aber auch in Badesalzen und für die Parfümindustrie ist der betörende Duft von Lavendel unverzichtbar. Zum Einsatz für Kosmetika werden die getrockneten Blüten gepresst, sodass die ätherischen Öle austreten können. Sie finden die getrockneten Lavendelblüten aber auch häufig in Duftkissen. Befestigt an der Kleiderstange Ihres Schrankes, schützt der Duft vor ungeliebten Bewohnern wie Kleider-Motten.

Lavendel in der Küche.
Auch wenn Sie vielleicht glauben, Lavendel noch nie gekostet zu haben, dann liegen Sie vermutlich falsch. Denn neben Kräutern wie Rosmarin, Thymian und Salbei findet sich auch der Lavendel in der beliebten Gewürzmischung „Kräuter der Provence“ wieder. Mittlerweile wissen die Köche der Welt die duftenden Blüten und würzigen Stängel immer mehr zu schätzen, denn der Geschmack ist einzigartig und kann bei richtiger Dosierung einem Gericht oder Dessert das gewisse Etwas verleihen. Grund genug, Lavendel und seine vielseitigen Einsatzmöglichkeiten in der Küche genauer zu betrachten

Lavendel als i-Tüpfelchen der Küche

Sein Geschmack. Der echte Lavendel zeichnet sich durch seinen unverwechselbar würzigen, gleichzeitig blumigen und am Ende leicht bitteren Geschmack aus. Sie merken schon, es fällt schwer, den Geschmack in die richtigen Worte zu fassen. Verschaffen Sie sich selbst einen Eindruck! Grundsätzlich lassen sich sowohl die Blüten als auch das Kraut verwenden.

Herzhafte Küche. Die Lavendelzweige oder gehackten Lavendelblätter lassen sich am besten in herzhaften und kräftigen Gerichten verwenden. Gerade in geschmorten Fleischgerichten aus Lamm oder Rind machen Lavendelzweige neben Rosmarin- und Thymianzweigen eine hervorragende Figur. Als Kräuterrub für Rindersteaks eignen sich besonders die gehackten oder gerebelten Blätter. Zusammen mit weiteren mediterranen Kräutern wie Salbei und Rosmarin wird Ihr Steak hocharomatisch. Aber nicht nur in einem Rub kann der Lavendel glänzen. Auch in Verbindung mit Butter entfaltet sich der besondere Geschmack der Blätter und Blüten. Probieren Sie zum Beispiel unser T-Bone-Steak mit kräftiger Lavendel-Kräuterbutter.

Sie mögen intensive Käsesorten wie Ziegenkäse, Camembert oder Gorgonzola? Dann aromatisieren Sie Ihre nächste Käseplatte doch mal mit gerebelten Lavendelblättern und einigen getrockneten Blüten. Sie werden sehen, der Lavendel verleiht sowohl Blumigkeit als auch eine herbe Würze. Eine Variante, die wir Ihnen wärmstens ans Herz legen möchten, sind knusprige Brote mit geröstetem Lavendel-Ziegenkäse. Einfach köstlich!

Mit der richtigen Dosierung lassen sich die Blätter und Blüten aber auch in cremigen Suppen einsetzen. Besonders gut harmoniert Lavendel zu einer sanft gewürzten Blumenkohlsuppe

Süße Küche. Lavendel können Sie übrigens genauso gut in Süßspeisen einsetzen. Besonders eignen sich hierbei die feinen, getrockneten Blüten. So schafft es zum Beispiel Lavendeleis immer häufiger auf die Dessertkarte von Restaurants. Und das nicht ohne Grund, denn ein cremiges Eis aus Sahne und Vanille ist der richtige Partner für Lavendelblüten. Aber Vorsicht: Hier sollten Sie besonders mit Fingerspitzengefühl arbeiten und bedachtsam dosieren. In zu großer Menge eingesetzt, kann der Lavendel schnell bitter werden und erschlagen.

Eine unschlagbare Kombination für Süßspeisen ist das frische und saure Aroma der Zitrone zusammen mit dem würzig, blumigen Geschmack des Lavendels. Ein Zitronenkuchen oder eine Zitronen-Tarte passen einfach perfekt. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann probieren Sie unsere Zitronen-Tarteletts mit Himbeersoße.

So kommen Sie Ihrem Frankreichurlaub mit jedem Bissen näher!

Datum

18.06.2020