Herbstzeit ist Kürbiszeit!

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Der Sommer neigt sich dem Ende entgegen und die Kürbiszeit steht in den Startlöchern. Im Herbst und Winter sind Kürbisse gern gesehene Stars in unseren Küchen – und das völlig zurecht! Denn kaum ein anderes Gemüse ist so reich an Sorten, Zubereitungsarten und Nährstoffen.

Die kleine Kürbiskunde

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Buttrig, nussig oder eher süß im Geschmack, als wohltuende Suppe oder in einem Chutney verarbeitet. Und nicht nur beim Geschmack gibt es Unterschiede. Groß, klein, schrumpelig oder glatt. Skurril geformt oder rund wie eine Melone. Klar ist: Der Kürbis sorgt für Herbststimmung und wärmt uns an kalten Tagen. Doch was ist Kürbis eigentlich?

 

Wissenschaftlich betrachtet gibt es nicht die Gemüsesorte „Kürbis“, sondern die Gattung der Kürbisse. Die wiederum ist Teil der Pflanzenfamilie der Kürbisgewächse. Hierzu zählen zum Beispiel auch die Melone und die Gurke. Sie sind die direkten Verwandten des Kürbisses.

 

Archäologische Funde versteinerter Kürbiskerne beweisen: Der Kürbis ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt. In Mittel- und Südamerika werden Kürbisse schon seit über 10.000 Jahren kultiviert und als Nahrungsmittel verwendet. Angeblich war es Christoph Kolumbus, der im 15. Jahrhundert die ersten essbaren Kürbispflanzen von einer Kubareise mit nach Europa brachte.

 

Heute existieren fünf Kürbisarten: Feigenblattkürbisse und Curcubita Argyrosperma sind eher selten und finden in unserer Küche ebenso selten Verwendung. Die Kürbisse, die wir als Lebensmittel und zu Dekozwecken verwenden, sind meist Riesenkürbisse, Moschuskürbisse oder Gartenkürbisse.

 

Es gibt über 800 Kürbissorten mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften. Speisekürbisse sind für die Küche bestimmt. Aus Ölkürbissen wird wertvolles Kürbiskernöl hergestellt und Zierkürbisse sind ungenießbar, aber wunderschön anzuschauen.

Kürbissaison

Kürbis ist kein reines Herbstgemüse. Der beste Beweis für diese These: die Zucchini. Denn auch sie ist ein Kürbis, wie der italienische Ursprung ihres Namens verrät (zucca = italienisch für Kürbis).

 

Neben Sorten wie Spaghettikürbis, Acorn, Patisson und Rondini zählt auch die Zucchini zu den Sommerkürbissen. Sommerkürbisse werden im unreifen Zustand geerntet und halten sich maximal ein paar Wochen.

 

Herbstkürbisse haben eine sehr viel dickere, unempfindlichere Haut als Sommerkürbisse. Sorten wie Hokkaido, Rote und Gelbe Zentner, Golden Hubbard und Butternut werden reif geerntet und lassen sich bis zu sechs Monaten lagern.

Vielfalt der Kürbissorten

Welche Sorte schmeckt am besten? Das kommt ganz darauf an! Es gibt fast so viele Kürbissorten wie Gerichte, die sich daraus zubereiten lassen. Zu welcher Sorte Sie am besten greifen, hängt davon ab, was Sie kochen möchten. Wir stellen die bekanntesten Sorten vor und erklären, was sie voneinander unterscheidet.

 

Hokkaido. Er ist der absolute Liebling unter den Speisekürbissen. Seine tief orangene Farbe und sein nussiger Kürbisgeschmack machen ihn zum Kürbis schlechthin. In seinem Inneren befinden sich fein sämiges Fruchtfleisch und besonders viele Kerne. Seine dünne Schale wird während des Garens ganz weich und lässt sich mitessen. Aufgrund seiner mehligen Konsistenz und der enthaltenen Stärke eignet er sich besonders gut für Suppen, Pürees und Risottos. Auch als Gemüsebeilage, im Ofen gebacken oder gebraten und sogar roh schmeckt der Hokkaidokürbis ausgezeichnet.

 

Spaghettikürbis. Den oval-rundlichen, von innen cremefarbenen Spaghettikürbis finden wir etwas seltener in den gängigen Gemüseregalen. Dabei sieht er durch sein grün-gelbliches Äußeres schon sehr appetitlich aus. Die hübsche Hülle ist zwar ungenießbar, dafür ist sein nussig-cremiges Fruchtfleisch besonders aromatisch. Er lässt sich super im Ganzen garen und sein Fleisch zerfällt – daher sein Name – in feine Kürbisspaghettis. Nicht ohne Grund ist er ein Held der glutenfreien Küche und auch unter den Low-Carblern sehr beliebt. Das gegarte Fruchtfleisch sieht nicht nur aus wie Pasta, sondern lässt sich auch so verwenden. Als Ersatz für Weizennudeln schmeckt es herrlich zu Tomatensoße oder im Auflauf.

 

Butternut. Der Butternutkürbis fällt allein schon von außen durch seine birnenartige Form und seine beige Färbung auf. Das Fruchtfleisch des Butternut ist grell orange, wie das des Hokkaido. Unter seiner ungenießbaren Schale befindet sich besonders viel Fruchtfleisch und nur wenige Kerne. Sein Geschmack ist leicht süßlich. Deshalb schmeckt er nicht nur roh, gegrillt, gebraten oder als Suppe, sondern funktioniert auch super als Grundlage für Desserts.

Ist Kürbis gesund?

Kürbisse enthalten äußerst viele Nährstoffe bei einem niedrigen Kaloriengehalt. Grund dafür: Sie bestehen zu rund 90 Prozent aus Wasser. Trotzdem enthalten sie große Mengen an Mineralstoffen wie Kalium, Magnesium und Eisen sowie wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe wie ß-Karotin.

 

Dass der Kürbis es in sich hat, wurde spätestens 2005 deutlich. Eine Gruppe von Wissenschaftlern der Universität Würzburg kürte den Gartenkürbis zur Arzneimittelpflanze des Jahres. Die Begründung: Aus den gut pressbaren Samen einiger Gartenkürbissorten lässt sich besonders hochwertiges Kürbiskernöl gewinnen. Sowohl den Kernen als auch dem Kürbiskernöl wird eine heilende Wirkung bei unterschiedlichen Krankheiten nachgesagt.

 

Generell stecken in Samen und Öl besonders viele gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe. Enthaltene Antioxidantien helfen dem Körper, sich vor Krankheiten und Entzündungsprozessen zu schützen. In großen Mengen enthaltenes Magnesium ist für den Blutzuckerstoffwechsel und das Herz wichtig. Einige Studien deuten außerdem darauf hin, dass Kürbiskerne den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen.

 

Auch wenn sich die verschiedenen Sorten in den enthaltenen Nährstoffen unterscheiden, gilt insgesamt: Der Kürbis bietet einen wertvollen Nährstoffmix und liefert dabei nur wenige Kalorien – also das optimale Gemüse für die leichte Küche.

Unser Küchentipp: Kürbiskerne trocknen

Kürbis ist nicht nur lecker und reich an Nährstoffen. Er ist auch ganz besonders ergiebig und lässt sich beinahe vollständig verwenden – so auch die Kerne.

 

Getrocknete Kürbiskerne schmecken super auf Salaten, in Suppen, Süßspeisen, als Backzutat oder pur als Snack. Das Trocknen ist ganz einfach und funktioniert auch ohne Dörrautomat. Wir zeigen Ihnen, wie es geht:

 

1. Kürbis aufschneiden. Kerne entnehmen und vom Fruchtfleisch befreien.

2. Backofen auf 180°C-200°C vorheizen.

3. Kerne auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen. Ca. 10 Minuten trocknen, Kerne wenden, weitere 10 Minuten trocknen

 

Und falls Sie noch ein leckeres Kürbisrezept suchen, empfehlen wir Ihnen unser Pfifferling-Risotto mit geschmortem Kürbis, Feigen und Ziegenkäse oder eine köstliche geröstete Paprika-Kürbissuppe mit Chorizo und Salbei-Pfirsich-Croutons.

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Zubereiten und Genießen!

Datum

24.09.2020