Die Lasagne-Story – ein italienischer Klassiker, oder etwa doch nicht?

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Lieben Sie diesen Nudelauflauf auch so wie wir? Eine herrlich aromatische Bolognese-Sauce zwischen saftigen Nudelplatten, abgerundet durch eine cremige Bechámel-Sauce und gekrönt mit einer knusprigen Käseschicht. Wir sprechen natürlich von der puren Lasagne-Liebe! Das Original der Lasagne kennen wir alle, viele von uns haben sie auch schon in verschiedensten Varianten probiert, aber sind Sie auch ein wahrer Lasagne-Experte? Machen Sie den Test!

Wer hat´s erfunden?

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Lasagne darf bei keinem Italiener auf der Speisekarte fehlen. Und auch die Zutaten lassen keinen Zweifel daran, dass die Lasagne ein italienisches Original sein muss. Oder etwa doch nicht?


Vermutungen nach soll der Nudelklassiker nämlich aus England stammen – hier war im 14. Jahrhundert in der Rezeptsammlung „Forme of Cury” der Köche am Hof von König Richard II. die Rede von „loseyns“, also von geschichteten Nudelplatten, mit Käse überbacken.
Auch wenn die Italiener davon nichts wissen möchten, steht Eines außer Frage: Das Original mit Bolognese-Sauce, oder richtiger Weise „Ragú“, kann erst nach 1500 entstanden sein. Denn erst da hat Christopher Kolumbus die Tomate nach Europa gebracht.

Was bedeutet „Lasagne“?

Haben Sie sich schon einmal gefragt, woher das Wort Lasagne stammen könnte? Oder hat der betörende Duft der Lasagne diese Frage bislang immer zurückgestellt? Dann nehmen wir uns nun einmal die Zeit dazu.


Aus dem Lateinischen abgeleitet, heißt „lasanum” so viel wie Kochtopf. Ziehen wir den griechischen Wortstamm zu Rate, dann bedeutet „lasanon”  Dreifuß, und könnte ebenfalls für einen Kochtopf stehen. Die Lasagne verdankt ihren Namen also jeweils dem Gefäß, in dem sie zubereitet wurde.
Auch wenn die Lasagne mittlerweile in beinahe allen Ländern der Welt etabliert ist, so gibt es doch eindeutige Hochburgen, wie die Marken und die Emilia-Romagna, beides Regionen im Osten von Italien. Letzteres ist nicht überraschend, denn unsere Spaghetti Bolognese wurde in Bologna - einer Stadt ebender Region Emilia-Romagna - geboren. Dort wird sie jedoch traditionell mit Tagliatelle gegessen und heißt Tagliatelle al Ragú.
 

Kennen Sie die größte Lasagne?

Sie denken, Ihre Familien-Lasagne ist riesig? Dann waren Sie noch nicht in Polen Lasagne speisen. Ja, Sie haben richtig gehört, in Polen. Denn hier wurden gleich zwei Guiness Rekorde aufgestellt.


Giancarlo Russo, der italienische Chef der "Trattoria Giancarlo" in Krakau, machte aus dem Kunstwerk ein Tonnenwerk: Nach zehn Stunden Backzeit erschuf er eine 4,8 Tonnen schwere Lasagne.
Und auch bei der längsten Lasagne haben die Polen die Hände vorne: Hier zauberte die Pizzeria Magillo 2010 ein kilometerlanges Kunstwerk, welches aus stolzen 3,5 Tonnen Mehl besteht. Guten Appetit!

 

Kennen Sie die Schwester der Lasgane?

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Auf den ersten Blick werden Sie die „Lasagne der Marken“ nicht von dem Original unterscheiden können: Nudel-Platten, kräftige Fleischsauce und cremige Bechamélsauce, mit Käse überbacken.


Doch der Teufel steckt im Detail, denn anstelle von gemischtem Hackfleisch besteht das Ragú zumeist aus unterschiedlichen Innereien wie Leber, Kalbshirn, Kalbsbries und Hühnerklein. Betitelt wird dieses Gericht mit dem klangvollen Namen „Vincisgrassi“.

Das typische Resteverwertungsessen kann es klar mit dem Original aufnehmen, denn auch hier wird das Ragú lange Zeit eingekocht und erhält dadurch das typisch herzhaft-kräftige Aroma.
 

Welche Lasagne-Varianten gibt es?

Zum Abschluss erlauben wir uns noch eine Fangfrage, denn die eine Anzahl an Variationen gibt es gewiss nicht. Die Möglichkeiten und Füllungs-Varianten sind einfach zu vielzählig, Grenzen gibt es keine und auch in Italien ist je nach Region die Tradition der Lasagne-Herstellung verschieden. In Sizilien fügen die Einheimischen beispielsweise zur Füllung hartgekochte Eier und Hackbällchen bei, während die Italiener in Mittelitalien gerne Pilze zur Sauce hinzugeben und in Venetien rote Radicchioblätter anstelle des Ragús verwenden.
Und natürlich schmeckt eine Lasagne auch vegetarisch mit einer Fülle an verschiedenen Gemüsesorten wie zum Beispiel mit Paprika und Auberginen einfach toll. Probieren Sie doch einmal unser Rezept für eine vegetarischen Herbstlasagne. Aber genauso sind Varianten mit Spinat und Schafs- oder Ziegenkäse sehr beliebt. Sollten Sie die Kombination aus Spinat und Lachs mögen, dann sollten Sie unser Rezept unbedingt ausprobieren. Aber auch dekonstruiert im Lasagneblatt macht diese Kombination einiges her. Mit unserem Pestolachs im Lasagneblatt mit Spinat-Tomaten Gemüse und Ricotta-Haube können Sie Ihre Gäste ganz sicher begeistern.
Wir wünschen Buon Appetito!
 

Lasagne-Glück für Kurzentschlossene

Datum

24.09.2020